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KWTremote

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Erreichbare Geschwindigkeiten bei der Tour de France


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Written on: 22.07.2016 [12:09]
Smasher
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Hallo zusammen,

eine kurze Frage an die Rennradprofis und hat mit Kettlerworldtours rein gar nichts zu tun:
Aktuell läuft die Tour de France. Obwohl es überragende Athleten sind, die unfassbare Leistungen bringen würde mich dennoch interessieren, warum sie so hohe Geschwindigkeiten fahren können (z.B. bei Zielsprint fast bis an die 70 km/h).
Hauptursache ist natürlich ihre Kraft- und außergewöhnliche Ausdauerfähigkeit. Dennoch dürfte es auch am Rennrad liegen. Gibt es bei diesen Rennrädern deutliche Unterschiede zu den herkömmlichen, doch anspruchsvolleren Bikes (Übersetzung, Schaltung, spezielles Material, etc.)? Würde mich kurz interessieren.
Vielleicht hat jemand "Bock" mir kurz ein paar Informationen zu schreiben.
Vielen Dank.
Gruß
Smasher (Werner)

https://winterpokal.rennrad-news.de/images/team/196.png?1713014
Written on: 22.07.2016 [13:37]
ErikHelwig
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Hallo Werner,

ich versuchs mal:

Du vergisst da komplett die Teamtaktik mit der Anfahrprozedur bei Sprintetappen vor dem Ziel.
Bei der TdF kommt dann noch der Teamfunk aus dem Betreuerauto dazu. Da wird dann mit Taktikänderungen auf verschiedene Rennsituationen reagiert.

Ein Radteam besteht aus mindestens 6 Teammitgliedern und alle nicht Bergflöhe sollten beim Positionieren und Anfahren für den vorgesehenen Siegsprinter mitmachen...

Ziel des Radteams muss es sein 1. den Sprinter in die vordere Feld-Position des Feldes zu bringen.
Wenn dein Topsprinter 3 km vor dem Ziel letzter des Feldes ist, dann hat dein Team nicht gute Arbeit geleistet und das Team kann das Rennen schon vergessen. Positionieren heißt alle des Teams sind mal vorne im Feld um den Sprinter positioniert.
Windschatten geben -> für den Sprinter schadet nie..

Dann zum Anfahren -> das wird dann wahrscheinlich irgendwo vom ganzen Team geheim hunderte Male trainiert.. Ab x km vor dem Ziel das legt wahrscheinlich die Teamleitung fest opfert sich jeder "Anfahrer" für den Sprinter. Ich denke der schwächste beginnt als Anfahrer und zieht dann 5 andere Teamkollegen mit.... Ist der 1. "total ausgepumpt" geht es mit 5 Teammitgliedern weiter -> u.s.w. . Ist alles wunderbar aufeinander abgestimmt dann geht der letzte Anfahrer 200 m vor dem Zielstrich raus und der Sprinter konnte sich mindestens 2 km im Winschatten "ausruhen" und er kann mit 70 km/h und 600 W bei 90 RPM übers Ziel gehen....

So das ist jetzt das idealste was passiert.

Du musst bedenken jedes Team will es genau so machen wie hier beschrieben -> daher geht da auch viel schief bei Sprintankünften. Allein das Timing aller Anfahrer, dass es genau bis zum Zielstrich ideal passt ist ur schwierig.... Auch kann sich der Sprinter an einem teamfremden Sprintzug anhängen..
Dann kann der Sprinter auch noch kurz vor der Ziellinie noch eingesperrt werden. etc etc...

Am Material wird es im Sprint nicht liegen.

Also ein Sprintsieg ist meist ein Teamsieg von allen Teammitgliedern..

Vielleicht fährt dir ja mal deine Frau einen Sprint an.

Grüße aus Österreich

Erik

[This article was edited 1 times, at last 22.07.2016 at 13:39.]

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Letztes IPN Test-Ergebnis in KWT 2.x Sporttyp sehr hoch -> Wert 0,63.
http://help.kettlerworldtours.de/kettlerworldtours20/bedienung/tastatur-und-bedienpanelbelegung.html
https://www.kettlerworldtours.de/main/faq/premium-display.html
Written on: 22.07.2016 [22:28]
Smasher
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Hallo Erik,
vielen, vielen Dank für Deine erschöpfende Antwort.
Eigentlich Wahnsinn, was doch für eine Taktik dahintersteckt.
Aber nochmal:
Sind die Räder mit gleichen Kettenblättern und Ritzelsätzen bestückt wie bei Rennrädern, wie wir sie kennen? Oder fahren die Profis mit deutlich schwereren bzw. anderen Kettenrädern/Ritzel?
Ich denke, die elektronische Schaltung ist Standard. Wie funktioniert diese eigentlich und hat sie wirklich erhebliche Vorteile?

Vielleicht hast Du nochmal ein wenig Zeit und gibst mir Nachhilfe.

Auf alle Fälle ein schönes Wochenende.

Gruß
Werner

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Written on: 22.07.2016 [23:14]
ErikHelwig
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Hallo Werner,

naja laut UCI darf kein Rad voll bestückt unter 6,8 kg wiegen.
Deshalb wirst du bei den Rädern der Worldtour keine Leichtbau Sachen sehen.

Da ist jetzt nichts spezielles dran außer irgendein Leistungsmesser meist SRM..
Canyon verkauft 1x im Jahr die gebrauchten Pro Bikes auf deren Homepage. Außer dass da meist sehr lange Vorbauten mit schmalen Lenkern (wegen der Aerodynamik) verbaut sind und eher kleine Rahmengrößen gewählt werden war da kein spektakulärer Unterschied zu sehen. z. B. ein altes gebrauchtes Bike von Sprinter Marco Haller gabs mal direkt auf der Canyon Hompage zu kaufen..
Irgendwelche Carbon-Lenker oder Vorbauten wirst da wegen der 6,8 kg Regel sicher nicht finden. Der Lenker ist halt meist ganz unten ohne Spacer montiert.
Ich denke mal die Sprinter werden mit einer Heldenkurbel 52/42 Zähne vorn unterwegs sein. Kette und Kassette = ganz normal.

Ein Unterschied zu uns Privaten gibt's es werden generell Schlauchreifenfelgen mit Schlauchreifen gefahren außer vielleicht ein paar wenige Radsportler mit Faltreifen beim Zeitfahren.

@ elektrische Schaltung:
Ich denke 60 % der Pros fahren noch mechanisch..

Aber hier jetzt das Bike von Mark C. von der TdF 2016.

http://road.cc/content/news/195755-tour-tech-2016-mark-cavendish%E2%80%99s-cervelo-s5

Die Teile kannst Du alle frei kaufen und dir dein Rad so hintunen. Ob jetzt spezielle verstärkte Rahmen für Sprinter verwendet werden?

Wie es funktioniert: bei Shimano Di2 werden noch Kabel verlegt -> Akku im Sattelrohr. An den Schaltgriffen sind dann nur mehr Microschalter oder zusätzliche Oberlenker-Microschalter. Am Umwerfer und am Schaltwerk hinten ist je ein
Servomotor.

Vorteil aller elektrischer Schaltungen: Kein Trimmen des Umwerfers mehr nötig. Wird automatisch erledigt. Vorteil DI 2 und Garmin. Das Garmin zeichnet dir den eingelegten Gang dann auch auf wenn bei Shimano das D-Fly Modul verbaut ist.

Beim 2. Anbieter elektronischer Schaltung = SRAM Etap gibt's gar keine Kabel mehr. Alles wird über Funk 8von den Schalthebeln angesteuert. Es gibt 2 kleine Akkus die an Schaltwerk und Umwerfer gesteckt werden und in den Schalthebeln ist je eine 2032er Knopfzelle. Alles wird über Funk übertragen und es soll alles gut funktionieren. Auch hier kann das Garmin die Gangwahl aufzeichnen.

Wenn du in Google Shimano und Di2 bzw. SRAM und Etap eingibst
wirst du sicher genügend finden.

Eine Akkuladung soll bei beiden mindestens 1500 km halten..
Da gibt's Warnungen lange bevor gar nichts mehr geht...
Ist der Saft aus schaltet der Umwerfer das letzte Mal auf das kleinste Blatt
Aber wegen der benötigten Akkus sind die elektrischen Gruppen gewichtsmäßig etwas schwerer als die mechanische Topgruppe.

Grüße aus Österreich

Erik

[This article was edited 3 times, at last 22.07.2016 at 23:45.]

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Written on: 23.07.2016 [20:45]
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Hallo Erik,
nochmals vielen herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort.
Alle Ehre zu Deinem geballtem Fachwissen.

Noch einen schönen Sonntag und Gruß
Werner

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Written on: 25.07.2016 [08:36]
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Hallo Erik,Werner

Wie ich gehört habe fährt kaum noch einer mechanisch.
99,5% fahren elektronisch.
Denke dass da eher 53-54 Zähne vorne genommen werden.
Kommt immer drauf an wie einer kurbelt.

Und mit den 600W bezweifle ich eher, da bringe ich ja im Sprint schon weit über 600W dass KWT bis zu 7 Gänge runterschaltet.

Denke das sind gegen Ende schon eher 1500-2000Watt
Gruß Johannes

https://winterpokal.rennrad-news.de/images/user/30339.png 2x ErgoRacer 2003 mit KWT 3.0.0.3 /Win7-64 /Win10-64/ 32Gb RAM/ SSD
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Written on: 26.10.2016 [10:17]
ben_jo
registered since: 06.10.2016
Posts: 8
Hallo zusammen
Wie schon gesagt wurde es gibt ein paar Besonderheiten bei den Rädern. Und darüber hinaus liegt es für den Wettkampf bzw. die TdF zusätzlich an den oben genannten Strategien. Da macht es einen grossen Unterschied welches Rad man fährt, das merkt man ja auch schon als Laie. Ob ich ein Mountainbike fahre, was ich in Interlaken einmal dank einer guten Geschenkidee von meiner Freundin mit einer Tour von dieser Seite probieren durfte: www.mydays.ch. Oder ob man Rennrad oder normales Stadtrad fährt, macht ja bereits einen riesigen Unterschied. Aber das optimale Rad ist nur eine der Grundvoraussetzungen für die Profisportler.


[This article was edited 1 times, at last 27.10.2016 at 09:12.]



 

 

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